„Ein halber Cent pro Meter“

Foto: Schramm Hartes Training bei zwei Grad Celsius: Herbert Hoffmann bereitet sich auf den Treppenlauf vor

22.03.2011

Radebeul.

Herbert Hoffmann gehört zu dem kleinen Kreis derjenigen, die beim Spitzhaus-Treppenlauf von Anfang an dabei sind und bisher immer das Ziel erreicht haben. Für Runde sieben (16. / 17. April) hat sich der Radebeuler etwas ganz Besonderes ausgedacht.
Sechs Mal dabei, sechs Mal angekommen – die Bilanz von Herbert Hoffmann kann sich durchaus sehen lassen, auch wenn er im letzten Jahr als letzter die Ziellinie passierte, gehört er mittlerweile zum Treppenlauf-Inventar. Seit Anfang März steht er schon wieder im Training, drei Mal die Woche, mindestens zwei Stunden treppauf und treppab. Wozu der ganze Stress? „In meinem Alter will man wissen, wo man körperlich steht“, sagt der 57-Jährige. Genau neuneinhalb Minuten hat er für die letzte Runde gebraucht – Respekt. Ein wenig Vorbereitung ist auch dabei, denn der Extremwanderer will im Juli von seiner Geburtstadt Sebnitz auf die Zugspitze laufen – 1.300 Kilometer in 16 Tagen. Beim 7. Sächsischen Mt. Everest Treppen-Marathon jedenfalls will Hoffmann für einen gemeinnützigen Zweck die 8.848 Höhenmeter und 84 Kilometer lange Gesamtstrecke bezwingen. „Ich suche Unternehmen, die bereit sind, einen halben Cent pro erlaufenen Höhenmeter zu spenden. Das Geld kommt dann zu hundert Prozent der Radebeuler Kinderarche zugute“, sagt er. Unter dem Strich wären das, sofern der Extremsportler dieses Jahr sein Ziel wieder erreicht, rund 45 Euro.
Herbert Hoffmann machte von sich Reden als er 2009 von der Spitzhaustreppe nach Partenen (Österreich) lief. Das waren 803 Kilometer in acht Tagen.
Informationen und Kontakt unter www.langstreckenwandern.com

André Schramm

 


Einmal auf den Mount Everest für die Kinderarche

23. März 2011

        

Herbert Hoffmann ist kein Mann der großen Worte. Er redet nicht, sondern er tut. Treppen steigen zum Beispiel. Seit der Radebeuler Mount-Everest-Treppenmarathon im Jahr 2005 aus der Taufe gehoben wurde, ist Herbert Hoffmann dabei: Und jedes Mal hat der Dresdner es geschafft, in 24 Stunden die 397 Stufen der Radebeuler Spitzhaustreppe 100 Mal hinauf und wieder hinab zu steigen. Damit hat er nun schon sechs Mal quasi den Mount Everest bezwungen, denn 100 Runden auf der Radebeuler Treppe ergeben einen kompletten Aufstieg zum 8.848 Meter hohen Giganten im Himalaja.

Sechs Mal sind Herbert Hoffmann aber noch lange nicht genug. Er hat sich auch zum 7. Sächsischen Mount-Everest- Treppenmarathon gemeldet und ist dabei nicht nur seinem eigenen Ehrgeiz gefolgt. »Ich will dieses Mal meine sportliche Leistung in den Dienst der Kinderarche Sachsen stellen«, sagt der 57-Jährige. Den Verein kennt er, weil die Kinderarche selbst in den vergangenen Jahren mit einer 100er-Staffel am Treppenlauf teilgenommen hatte. »Ich habe die Jungen und Mädchen beim Training erlebt«, erzählt Hoffmann, »und es hat mich sehr beeindruckt, wie sie alle mit großem Ehrgeiz die Treppe in Angriff genommen haben.«

Auch für ihn, der immerhin seit 14 Jahren im Extrem-Langstreckenwandern aktiv ist und mittlerweile eine 803-Kilometer-Wanderung als persönlichen Rekord verzeichnet, ist die Treppe jedes Mal wieder eine Herausforderung. »Ich bin ganz ehrlich: Diese Treppe ist ein einziger Schund«, erklärt er. Seit 1. März trainiert er drei Mal in der Woche jeweils zwei Stunden, um auch dieses Mal unter denen zu sein, die den höchsten Berg der Welt in einem Tag und einer Nacht bezwingen. »Ich habe gesagt, wenn ich noch mal starte, dann mache ich es nicht für mich, sondern für einen guten Zweck.«

Bis zum Wettkampf am 16./17. April sucht er deshalb jetzt Sponsoren, die bereit sind, für jeden Höhenmeter, den er während des Rennens läuft, einen Betrag ab 0,5 Cent aufwärts zu spenden. Schafft Herbert Hoffmann die 100 Runden, so wären das bei einem halben Cent pro Höhenmeter 44,24 Euro. Selbstverständlich nimmt er gern auch jeden anderen Betrag an. Alle Beträge gehen ohne Abzug an die Kinderarche Sachsen, die das Geld für die sportliche Förderung benachteiligter Kinder und Jugendlichen verwenden will. »Bei unseren Turnieren, in Sportgruppen und in der Bewegungstherapie schöpfen die Mädchen und Jungen wieder Vertrauen zu sich selbst, gewinnen Selbstbewusstsein und spüren, dass sie im Team stark sind«, erklärt Kinderarche-Vorstand Matthias Lang. Alle Spender erhalten natürlich eine abzugsfähige Spendenquittung.

Wer Herbert Hoffmann bei seinem Lauf zugunsten der uns anvertrauten Jungen und Mädchen unterstützen will, erreicht ihn selbst unter Tel.: 0351/8385911, Mobil: 0174/6247089 oder E-Mail: info@langstreckenwandern.com sowie Birgit Andert als Koordinatorin für das Projekt unter Tel.: 0351/5635256, Mobil: 0179/6674718 oder E-Mail: b.andert(at)kinderarche-sachsen.de.

Und: Auch die Kinderarche Sachsen beteiligt sich dieses Jahr wieder mit einer 100er-Staffel am Treppenlauf. Start ist am 17. April, 0 Uhr am oberen Ende der Treppe (neben dem Spitzhaus), Ende des Laufes wird gegen 13.30 Uhr sein. Das Startgeld beträgt vier Euro. Für Jugendliche des Vereins entfällt das Startgeld. Gemeinsame Trainingsläufe finden am 26. März, 10 bis 12.30 Uhr, und am 2. April, 10 bis 12.30 Uhr, statt. Für Rückfragen steht das Sekretariat der Kinderarche unter Tel.: 0351/837230 zur Verfügung

 


Sebnitz

 

Mittwoch, 5. Januar 2011
(Sächsische Zeitung)


Sportler verschläft den Sieg am Winterberg

Von Hartmut Landgraf

 

Rolf Böhm hatte sich seinen Sieg beim ersten Winterberg-Wettwandern am 1. Januar hart erkämpft – und auch redlich verdient. In eisiger Kälte war der Bad Schandauer Kartograph am letzten Sonnabend schon gegen 2Uhr nachts mit seiner Frau und einem befreundeten Ehepaar von Ostrau aus losmarschiert. Vier Stunden später war die Gruppe am Ziel, im Gasthaus des Berghotels auf dem Großen Winterberg – augenscheinlich als Erste.

Doch das Quartett hatte Glück. Wie die SZ in Erfahrung brachte, erreichte ein Dresdner Extremwanderer bereits Stunden vor ihnen das Berghotel, fand es aber zu dieser Zeit noch verschlossen, bis auf eine versehentlich offen gelassene Tür auf der Rückseite des Gebäudes. Um nicht etwa draußen in der Kälte biwakieren zu müssen, richtete sich der Dresdner dort in einem Raum über dem Heizungskeller kurzentschlossen ein Lager ein. Dieses war offenbar so bequem, dass er die Öffnung des Restaurants und somit seinen Sieg und die damit verbundene Prämie glattweg verschlief. Erst gegen 7.30 Uhr betrat er den Gastraum – als Elfter.

Der Pechvogel ist kein Unbekannter, sondern niemand anders als Langstreckenwanderer Herbert Hoffmann (56), der mit seiner für den Sommer 2011 geplanten Non-Stop-Wanderung von Sebnitz zur Zugspitze und zurück bereits Schlagzeilen machte.

Nachts um drei am Berghotel

Eigentlich wollte Hoffmann am 1.Januar eine 100-Kilometer-Tour als straffe Trainingseinheit für das Gewaltprojekt absolvieren, entschied sich aber spontan, stattdessen beim erstmaligen Neujahrs-Anwandern am Großen Winterberg mitzumachen. Eine halbe Stunde vor Mitternacht zog der Dresdner vom Lichtenhainer Wasserfall aus los und kam, wie er sagt, alsbald in schwieriges Gelände. Beim Aufstieg zum Kleinen Winterberg habe er mit Tiefschnee und Blankeis kämpfen müssen. Erst gegen 3 Uhr langte Hoffmann am Berghotel an.

Der Wanderer war davon ausgegangen, das Restaurant in der Silvesternacht geöffnet vorzufinden. Er habe gerufen und an jeder Tür geklinkt, aber es sei alles dunkel gewesen, erzählt er. Dann fand Hoffmann die besagte Tür im Keller – und dahinter einen warmen, gemütlichen Raum – eine Behelfsübernachtung für Hotelangestellte. Drinnen: Kaffeemaschine, Waschbecken und – ein Bett. Einen Schlafsack hatte der Dresdner dabei.

Der Raum habe ausgesehen wie ein Notquartier für die Bergwacht, deshalb habe er keine Bedenken gehabt, ihn zu nutzen, sagt Hoffmann. Er nahm noch einen Schluck Glühwein aus der Thermoskanne, streckte sich auf dem Bett aus – und erwachte Stunden später aus einem Tiefschlaf.

 

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